Blitz­um­frage zur Corona­krise: Angeschlagene Liefer­ketten, sinkende Auftragslage

von Karin Breidbach

In einer zweiten Blitzumfrage vom 4. bis 7. Mai 2020 haben wir unsere Mitgliedsunternehmen zu aktuellen Kurzarbeitsmaßnahmen und den bisherigen Auswirkungen der Corona-Krise befragt. Bundesweit wurde die Umfrage von unseren Schwesterverbänden durchgeführt und von Gesamtmetall ausgewertet. Diese Zahlen geben uns vor dem Hintergrund unserer ersten Blitzumfrage Anfang April ein genaueres Bild der aktuellen Lage.

Inzwischen sind bundesweit 91,5 Prozent aller M+E-Unternehmen durch die Corona-Epidemie in ihrer Produktion betroffen, fast 44 Prozent melden sogar sehr starke oder starke Einschränkungen. Bei der ersten Umfrage im April 2020 waren es noch 83,4 Prozent aller befragten Unternehmen und 30,9 Prozent mit sehr starken oder starken Einschränkungen. In der M+E-Industrie sind derzeit damit etwa 1,55 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit (39 Prozent der Beschäftigten). Im Schnitt ist die Arbeitszeit um fast die Hälfte (48,9 Prozent) reduziert. 20,8 Prozent der Unternehmen planen in den nächsten Wochen Kurzarbeit, so dass mit weiteren 420.000 Beschäftigten in Kurzarbeit zu rechnen ist. Zum Vergleich: In der Krise 2008/2009 gab es in der M+E-Industrie bei rund 3,57 Millionen Beschäftigten beim Höchststand im April 2009 rund 950.000 Kurzarbeiter (27 Prozent aller M+E-Beschäftigten).

Das Stimmungsbild aus unserer Verbandsregion zeigt zum einen, dass unsere Region von den gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise – wenig überraschend – nicht verschont bleibt. Durch angeschlagene Lieferketten, beispielsweise aufgrund fehlendem Vormaterial, und durch teils sinkende Auftragslage mussten viele unserer Mitglieder Kurzarbeit anmelden. Andererseits spiegeln die Ergebnisse jedoch auch sehr schön wider, dass wir in Rheinland-Pfalz, zumindest was die Krankheitszahlen angeht, weitaus glimpflicher davongekommen sind als viele andere Bundesländer und unsere europäischen Nachbarn. Der Krankenstand weicht im Durchschnitt zum Umfragezeitpunkt kaum von der Situation kurz vor der Krise ab.

Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Website von Gesamtmetall.

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