Exporte in der M+E-Industrie mit schwachem 1. Halbjahr 2019

von Karin Breidbach

Ausfuhren gingen um 0,9 Prozent auf 384 Milliarden Euro zurück.
Vereinigtes Königreich erneut deutlich im Minus. 

Nach zwei Quartalen mit Produk­ti­ons­rückgang und der ersten Rezession seit zehn Jahren, ist auch die Bilanz der Exporte in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) für das erste Halbjahr 2019 enttäu­schend. Nach den Daten des Statis­ti­schen Bundes­amtes lagen die Ausfuhren von M+E-Gütern mit 384,0 Milli­arden Euro 0,9 Prozent unter dem Wert des vergan­genen Jahres (1. Halbjahr 2018: 387,5 Milli­arden Euro). Mit minus 4,0 Prozent war vor allem das zweite Quartal 2019 ausschlag­gebend für das schwache Ergebnis. Die Export­quote – der Anteil des Ausland­sum­satzes am gesamten Umsatz – blieb stabil bei 57,1 Prozent.

Chefvolkswirt Dr. Michael Stahl: „Die M+E-Industrie bekommt die Schwäche der Weltwirt­schaft zu spüren. Das ist zumindest eine sehr schmerz­hafte Konjunk­tur­delle, aber noch keine Krise. Die M+E-Industrie braucht deshalb dringend Entlas­tungen bei Steuern, Energie­kosten und Bürokratie, und zwar schnell. Und natürlich muss die Bundes­re­gierung jetzt auf jede weitere Belastung der Wirtschaft verzichten.“

Größter Absatz­markt für M+E-Produkte im 1. Halbjahr 2019 bleiben die USA mit 40,4 Milli­arden Euro (plus 6,9 Prozent) – wenn auch nur noch mit kleinem Abstand zu China mit 37,2 Milli­arden Euro (plus 3,1 Prozent). Auf Platz 3 folgt wie auch 2017 Frank­reich mit 31,5 Milli­arden Euro (plus 0,8 Prozent), gefolgt vom Verei­nigten König­reich mit 26,0 Milli­arden Euro. Hier fiel das Minus mit 7,9 Prozent aller­dings deutlich aus. Insgesamt nahmen die Ausfuhren in die Länder der EU um 3,0 Prozent auf 206,6 Milli­arden Euro ab. Die Importe legten gleich­zeitig um 2,3 Prozent auf 249,3 Milli­arden Euro (2018: 243,7 Milli­arden Euro) zu.


Neben den Exporten hat auch die Beschäftigung deutlich an Dynamik verloren. So arbeiteten im Durchschnitt des 1. Halbjahres 2019 rund 4,05 Millionen Menschen in den Unternehmen der M+E-Industrie. Von Januar bis Juni 2019 wurden jedoch nur noch 6.800 neue Arbeitsplätze geschaffen (1. Halbjahr 2018: 49.800). Und zum ersten Mal seit 2010 haben die M+E-Unternehmen im Mai und Juni 2019 die Zahl der Mitarbeiter sogar leicht reduziert.

Die TOP 10 der M+E-Exporte im 1. Halbjahr 2019:

Rang

Land

Exporte

(in Euro)

Vorjahres-vergleich

Anteil am Export insgesamt

1

Verei­nigte Staaten von Amerika

40.370.240

+6,9%

10,5%

2

Volks­re­publik China

37.218.214

+3,1%

9,7%

3

Frankreich

31.492.134

+0,8%

8,2%

4

Verei­nigtes König­reich

25.983.341

-7,9%

6,8%

5

Italien

17.962.437

-3,8%

4,7%

6

Niederlande

16.847.423

-3,9%

4,4%

7

Österreich

15.532.377

-1,1%

4,0%

8

Polen

15.193.842

+0,8%

4,0%

9

Spanien

13.346.088

-0,6%

3,5%

10

Tsche­chische Republik

(ab 1993)

12.608.531

-0,5%

3,3%

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