Günter Fischer: Zweit­längster Aufschwung in deutscher Geschichte trotz politi­scher Risiken

von Karin Breidbach

Langstreckenlauf für Technikbegeisterung zeitigt erste Erfolge
Beste Azubis ausgezeichnet


Günter Fischer, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes vem.die arbeitgeber e.V. nutzte die heutige
(17. Mai 2018) Mitgliederversammlung seines Verbandes in der Sayner Hütte in Bendorf zu einer Bestandsaufnahme. Bereits neun ununterbrochene Jahre halte der derzeitige Aufschwung an. Noch ein weiteres Jahr und es wäre der zweitlängste Aufschwung in der bundesdeutschen Ge-schichte.

Fischer dazu: „Selbst die 16 Jahre andauernde Wachstumsperiode des sogenannten Wirtschaftswunders in den fünfziger Jahren scheint für etliche Ökonomen erreichbar. Die Metall- und Elektroindustrie hat diesen Aufschwung als Herz der deutschen Wirtschaft angetrieben und treibt ihn auch weiter an.“

Allerdings bremse der Fachkräftemangel das Wachstum immer mehr ein. Trotz dieses Fachkräftemangels, trotz weltweit zunehmender politischer Risiken und teuren Tarifabschlüssen planten rund die Hälfte aller Unternehmen mehr Investitionen in Maschinen und Anlagen (Ausrüstungsinvestitionen) und steigende Mitarbeiterzahlen. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland werde im Jahresdurchschnitt 2018 die Rekordzahl von knapp 45 Millionen erreichen.

Fischer sieht vor allem zwei Megatrends, deren Bewältigung sowohl Risiken als auch Chancen böten: Die rasant voranschreitende Digitalisierung und die neuen Antriebstechnologien vor allem beim Automobil. Fischer sagte: „Damit wir die Chancen der Megatrends wirklich ergreifen und die Risiken so weit wie möglich minimieren können, brauchen wir veränderungswillige und veränderungsfähige Unternehmen, Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter."

Für Fischer hat das Verhalten von Chefs entscheidenden Einfluss auf die Unternehmenskultur und damit die Veränderungsbereitschaft aller Mitarbeiter. Mitarbeiter zeigten von sich aus nur dann Veränderungswillen, wenn sie Sinn und Ziele der Veränderungen verstanden hätten. Das würden sie aber nur dann können, wenn die Führungskultur auf Vertrauen und Wertschätzung beruhe. Wenn Vertrauen und Wertschätzung fehlten, gingen viele Mitarbeiter in die innere Emigration oder würden sogar psychisch krank.

Die lange Periode wirtschaftlichen Wachstums habe der Metall- und Elektroindustrie in 2018 einen vergleichsweise teuren Tarifabschluss beschert. Andererseits sei es mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen und Umbrüche gelungen, für die tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen eine deutliche Ausweitung des tariflichen Arbeitszeitvolumens zu vereinbaren.  Der Tarifabschluss biete mit diesen Regelungen und mit weiteren innovativen Merkmalen, wie zum Beispiel in Regelungen zum mobilen Arbeiten, die Chance, die Unternehmen auf die anstehenden Umbrüche auszurichten und vorzubereiten.

Fischer findet, dass wir ähnlich wie bei der Digitalisierung oder den neuen Antriebstechnologien gestaltend in den Trend des Fachkräftemangels eingreifen können. Durch vermehrte Ausbildung und Werbung für die eigenen Berufe. Fischer teilte mit: „In 2017 stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den M+E-Berufen um 3,1 Prozent. Sie stieg in allen unseren Berufen, aber besonders stark in den technischen Berufen der Informations- und Kommunikationstechnik (IT-Berufe). Plus 8,3 Prozent ist ein deutliches Signal für Zukunftsvorsorge.“

Knapp 6.000 Ausbildungsplätze seien aber unbesetzt geblieben, weil die Unternehmen entweder gar keine oder keine geeigneten Bewerber gefunden hätten. Fischer: „Wir müssen also um mehr und bessere Bewerber kämpfen. Stellenanzeigen reichen schon lange nicht mehr.“

Dies sei aber kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Der vem.die arbeitgeber e.V. habe damit bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begonnen. Damals hatten die M+E-InfoMobile ihre ersten Einsätze an Schulen. Heute habe dies ein hochmoderner doppelstöckiger InfoTruck übernommen. Daneben gäbe es eine Vielzahl an Projekten mit und für Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen.

Mittlerweile seien Erfolge unseres langen Atems zu verzeichnen. Nach einem langen Abwärtstrend, z. B. bei der Zahl der Studierenden in ingenieurwissenschaftlichen Fächern, steige seit einiger Zeit die Zahl wieder kontinuierlich an, wenn auch noch nicht stark genug. Erfreulich sei dabei, dass der Anteil weiblicher Ingenieurstudierender überproportional steige. Der Frauenanteil in MINT-Fächern stieg von 20 Prozent Anfang der neunziger Jahre auf jetzt 32 Prozent an den Hochschulen.

Eines der Projekte zur Förderung des beruflichen Nachwuchses für die Metall- und Elektroindustrie ist die Vergabe des vem.die arbeitgeber–Azubipreises. Fischer zeichnete in Bendorf-Sayn die sechs besten Absolventen technischer Berufe in den Mitgliedsbetrieben des vem.die arbeitgeber e.V. zusammen mit Festredner Professor Dr. Hans-Dieter Hermann mit Geld- und Sachpreisen aus. Vorgestellt wurden die erfolgreichen jungen Leute den 250 Gästen mit aufwendig produzierten Videos.

Hier die Namen, Wohnorte und Ausbildungsbetriebe der ausgezeichneten Jugendlichen:

Drittbeste Auszubildende in den Metallberufen:


Jasmin Kirmse aus 56204 Hillscheid, Zerspanungsmechanikerin von der Winkler+Dünnebier GmbH aus Neuwied.
Hier der Link zum Video.

Zweitbester Auszubildender in den Metallberufen:


Daniel Gergel aus Niederdreisbach, Fachkraft für Metalltechnik der Fachrichtung Zerspanungstechnik von der Rexnord Kette GmbH aus Betzdorf.
Hier der Link zum Video.

Bester Auszubildender in den Metallberufen:


Maurice Butzbach aus Bad Kreuznach, Fluggerätmechaniker der Fachrichtung Triebwerkstechnik von der Lufthansa Technik AERO Alzey GmbH aus Alzey.
Hier der Link zum Video.

Drittbester Auszubildender in den Elektroberufen:


Adrian Bildhauer aus Boppard, Elektroniker für Betriebstechnik von der BOMAG GmbH aus Boppard.
Hier der Link zum Video.

Zweitbester Auszubildender in den Elektroberufen:


Heiko Stahl aus Norath, Elektroniker für Betriebstechnik ebenfalls von der BOMAG GmbH aus Boppard.
Hier der Link zum Video.

Bester Auszubildender in den Elektroberufen:


Lennart Junglas aus Münstermaifeld, Elektroniker für Betriebstechnik von der ZF Group Aktive & Passive Sicherheitstechnik Bremssysteme Lucas Automotive GmbH aus Koblenz.
Hier der Link zum Video.

Zurück


Warning: Unknown: write failed: Disk quota exceeded (122) in Unknown on line 0
#0 [internal function]: __error(2, 'Unknown: write ...', 'Unknown', 0, NULL)
#1 {main}

Warning: Unknown: Failed to write session data (files). Please verify that the current setting of session.save_path is correct (/var/lib/php5) in Unknown on line 0
#0 [internal function]: __error(2, 'Unknown: Failed...', 'Unknown', 0, NULL)
#1 {main}