Zweiter MINT-Tag Rheinland-Pfalz für Kitas und Grund­schulen

von Karin Breidbach

 

Unsere beiden Bilder zeigen 1. aus dem Workshop Mathe­matik ohne Zahlen ein geome­tri­sches Experiment mit Erbsen und Zahnsto­chern und 2. die Herstellung von Gummi­bärchen mit einfachen Mitteln.

 

20.400 MINT-Fachkräfte fehlen in Rheinland-Pfalz/Saarland

„Im Gebiet der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit fehlen derzeit 20.400 MINT-Fachkräfte“, berichtete heute (26.03.2019) in Budenheim Thorsten Bröcker, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes vem.die arbeitgeber e.V. Anlass war der zweite MINT-Tag Rheinland-Pfalz für Kitas und Grundschulen, veranstaltet von den Chemieverbänden Rheinland-Pfalz, den beiden Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie vem.die arbeitgeber e.V. und PfalzMetall sowie SCHULEWIRTSCHAFT Rheinland-Pfalz unter dem Dach der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU).

Die Zahl stammt aus dem MINT-Report Herbst 2018 des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Lücke beträgt (Stand Oktober 2018):

MINT-Fachkräfte* (mit Berufsausbildung): 11.100
MINT-Spezialisten* (Meister, Techniker etc.): 3.200
MINT-Experten* (Akademiker):  6.100

Die Bildungs­aka­demie Schloss Waldt­hausen in Budenheim war mit 230 teilneh­menden Lehrkräften ausge­bucht und die Warte­liste war lang. Die Fortbildung stand unter dem Motto „Staunen – Forschen – Denken“. Dazu gab es auch ein Theater­stück der Karl-Kreuter-Grund­schule Ludwigs­hafen.

Insgesamt zehn Workshops mit praktischen Umsetzungen vieler Unterrichtsideen in den MINT-Fächern luden zum Entdecken und Mitmachen ein. Vom Selbstmachen von Gummibärchen über die Beantwortung der Frage, ob Luft ein Gewicht hat bis zu den ersten Schritten zum Programmieren in der Kita reichte die Auswahl. Es wurde mit „Kunos cooler Kunststoff-Kiste“ experimentiert und Wege zur Sprachförderung mit chemischen und physikalischen Experimenten erkundet. Die Inhalte waren speziell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Lehrkräfte in Grundschulen und Kitas zugeschnitten.
 
Thorsten Bröcker erläuterte stellvertretend für die veranstaltenden Verbände die Ziele der Veranstaltung: „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen den Nachwuchs von morgen fit machen in den MINT-Themen, vor allem im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Durch eine Vielzahl von Fragen erschließen sich die Kinder, mit denen Sie täglich arbeiten, ihre Welt und leben die ihnen angeborene Neugier aus. Das sollten wir gemeinsam nutzen und die Forscher, Entwickler, Greta Thunbergs und Daniel Düsentriebs von morgen befähigen, auch weiter gute und kritische Fragen zu stellen. Auch wenn wir Erwachsenen selbst nicht immer die Antwort kennen.“

Thorsten Bröcker hatte die Veran­staltung eröffnet, zusammen mit Bildungs­mi­nis­terin Hubig, die per Video zugeschaltet war. Hubig sagte: „MINT-Bildung ist Allge­mein­bildung. Bei der MINT-Strategie des Bildungs­mi­nis­te­riums geht es deshalb nicht nur um eine frühzeitige beruf­liche Orien­tierung, sondern auch darum zu zeigen, dass Technik unsere Welt durch­dringt und wie sie funktio­niert“, so Bildungs­mi­nis­terin Dr. Stefanie Hubig. „Im Zuge unserer breit aufge­stellten Strategie wollen wir MINT entlang der gesamten Bildungs­kette – von der Kita bis in Ausbildung und Studium – für Kinder und junge Menschen konkret erlebbar machen, Neugierde wecken und begeistern. Denn Mathe­matik, Infor­matik, Natur­wis­sen­schaften und Technik eröffnen den Zugang zu einem besseren und tieferen Verständnis vieler Lebens­be­reiche – von Natur­schutz bis Digita­li­sierung“, so Hubig weiter.

Der nächste MINT-Tag Rheinland-Pfalz wird am 10. September 2019 statt­finden; dann sind die Lehrkräfte der weiter­füh­renden Schulen angesprochen.

* Die Bunde­s­agentur für Arbeit erfasst die Berufs­s­truk­turen in der Beschäf­tig­ten­sta­tistik anhand von vier Anfor­de­rungs­ni­veaus, bei denen die Eingrup­pierung nicht primär nach Ausbildung oder Studium erfolgt, sondern nach tatsächlich ausge­übter Tätigkeit. Das vierte Anfor­de­rungs­niveau sind die Helfer­tä­tig­keiten. Die spielen bei MINT keine Rolle.

 

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