Metall- und Elektro­in­dustrie hat wieder mehr als vier Millionen Beschäf­tigte

von Karin Breidbach

Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger: „M+E-Industrie bleibt wichtigster industrieller Arbeitgeber in Deutschland. Umverteilungspolitik und Reformstillstand lassen Deutschland im internationalen Wettbewerb zurückfallen und gefährden das Erreichte.“

Die Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) beschäftigt wieder mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland. Nach den aktuell veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wiesen die M+E-Unternehmen im Juli 2018 exakt 4.018.302 Beschäftigte auf. Allein im vergangenen Jahr schuf die Branche rund 86.600 neue Stammarbeitsplätze. Zuletzt arbeiteten im 1. Quartal 1993 mehr als vier Millionen Menschen in der M+E-Industrie.  

Insbesondere beim Blick auf die Entwicklung der Beschäftigung seit der Wiedervereinigung wird deutlich, dass Beschäftigungsaufbau einen langen Atem braucht: 1991 lag die Anzahl der Beschäftigten bei fast fünf Millionen (4.893.000), davon 815.000 in den neuen Bundesländern. Bis 1997 nahm dort die Beschäftigung allerdings dramatisch ab auf 266.000 (von insgesamt 3.486.000). Grund war der tiefgreifende Strukturwandel in der ostdeutschen Industrie insgesamt. Bis Juli 2018 stieg die Beschäftigung in Ostdeutschland wieder auf rund 491.000. Insgesamt legte die M+E-Industrie seit der Finanzkrise 2008/2009 bundesweit um mehr als 586.000 Arbeitsplätze zu.  

Noch stärker war allerdings der Zuwachs im Ausland: Zwischen 1995 und 2016 verdoppelte sich dort die Zahl der Arbeitsplätze deutscher M+E-Unternehmen von 929.000 auf 1.882.000.

Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger: „Die M+E-Industrie bleibt wichtigster industrieller Arbeitgeber in Deutschland. Die Unternehmen bauen weiter Beschäftigung auf und sichern mit ihren Arbeitsplätzen Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Insbesondere der Osten Deutschlands hat ein starkes Comeback hingelegt. Allerdings wird auch deutlich: Man darf es sich nicht zu leicht machen, sonst wird aus dem Aufwärts- sehr schnell wieder ein Abwärtstrend. Der Fachkräftemangel bremst die Entwicklung. Und die Umverteilungspolitik und der Reformstillstand lassen Deutschland im internationalen Wettbewerb zurückfallen und gefährden das Erreichte. Deutschland muss auf die US-Steuerreform und die Arbeitsmarktreformen in Frankreich reagieren.“

Aktuell liegt die Zahl der offenen Stellen für M+E-Facharbeiter nach Gesamtmetall-Berechnungen bundesweit bei rund 340.000. Für knapp ein Drittel der M+E-Unternehmen stellt der Fachkräftemangel mittlerweile das größte Problem und ein ernst zu nehmendes Produktionshindernis dar. Gleichzeitig bilden die M+E-Unternehmen weiterhin auf hohem Niveau aus. Insgesamt geben die M+E-Betriebe rund 200.000 jungen Menschen eine Zukunftsperspektive in einer prosperierenden Branche und lassen sich das rund vier Milliarden Euro kosten. In diesem Jahr wurden in den M+E-Berufen rund 74.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Daneben bieten rund 80 Prozent der Betriebe ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Weiterbildung an und investieren dafür nochmals mehr als vier Milliarden Euro jährlich.

Zahlen zum Herunterladen finden Sie hier.

Mehr zur Struktur und Bedeutung der Branche finden Sie im aktuellen M+E-Strukturbericht 2018.

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