Stellung­nahme zur Arbeits­zeit­um­frage der IG Metall

von Karin Breidbach

Tarifvertragsparteien müssen Arbeitszeitregelungen entsprechend den Bedürfnissen von Unternehmen und Beschäftigten weiterentwickeln und dabei in einer ausgewogenen Balance halten


Auch die Umfrage der IG Metall bestätigt die große Zufriedenheit der Beschäftigten mit den Arbeitszeitregelungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Allerdings erfordern der mittelfristig starke Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials, der bereits jetzt bestehende große Fachkräftemangel und der Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft deutliche Anpassungen. Die Tarifvertragsparteien müssen deshalb die Arbeitszeitregelungen entsprechend den Bedürfnissen von Unternehmen und Beschäftigten weiterentwickeln und dabei in einer ausgewogenen Balance halten.

Schon heute machen die Unternehmen vieles möglich. Aber wie auch immer eine neue Balance aussieht, sie darf Arbeit nicht noch teurer machen. Und: Der Kunde – und nur der Kunde – bestimmt, wieviel Arbeit vorhanden ist, und er bestimmt heute auch, wann sie erledigt sein muss. Deshalb müssen die Unternehmen die betrieblichen Abläufe, die Organisation der Arbeit und die Gestaltung und den Umfang der Arbeitszeit den Bedürfnissen der Kunden anpassen.

Dabei sind flexible Arbeitszeiten für Beschäftigte und Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie gleichermaßen wichtig. Das hat bereits die Befragung der Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie zum Thema Arbeitszeit gezeigt. Die Umfrage zeigt überdeutlich, dass eine kollektiv finanzierte Arbeitszeitverkürzung keinen Rückhalt bei den Beschäftigten hat. Wer persönliche Auszeiten nehmen will, soll sich die selber erarbeiten, so das klare Votum der Beschäftigten.

Systematische, flächendeckende und unkompensierte Arbeitszeitverkürzungen passen absolut und definitiv nicht in die Zeit. Abwanderungen wegen Fachkräftemangels wären die Folge.

Die M+E-Arbeitszeitumfrage unter Beschäftigten und Unternehmen können Sie hier einsehen.

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