Tarif­ver­träge bieten Lösungen auch in komplexen Rechts­ge­bieten!

Die Tarif­ver­träge zur Alters­vor­sorge und das Versor­gungswerk MetallRente ermög­lichen den Arbeits­ver­trags­par­teien eine möglichst einfache und sinnvolle Gestaltung der betrieb­lichen Alters­ver­sorgung.

Die komplexen gesetz­lichen Regelungen zur Alters­vor­sorge werden in der Metall- und Elektro­in­dustrie durch tarif­ver­trag­liche Regelungen ergänzt.

Der Tarif­vertrag zur Entgel­tum­wandlung (TV EUW) ermög­licht es den Beschäf­tigten, in gewissen Grenzen ihr Entgelt zum Aufbau einer betrieb­lichen Alters­ver­sorgung einzu­setzen. Für den Arbeit­geber kann diese Entgel­tum­wandlung – abhängig vom gewählten Förderweg – zu einer Einsparung von Sozial­ver­si­che­rungs­bei­träge führen.

Flankierend zum Tarif­vertrag haben die Vertrags­par­teien das gemeinsame Versor­gungswerk MetallRente gegründet, das verschiedene Durch­füh­rungswege und weitge­hende Unter­stützung bei der Umsetzung der Entgel­tum­wandlung bietet.

Durch den Tarif­vertrag über alters­vor­sor­ge­wirksame Leistungen (TV AVWL) wird – anstelle der Vermö­gens­bildung – der Aufbau einer ergän­zenden Alters­vor­sorge durch einen tarif­ver­trag­lichen Baustein gefördert. Dieser Baustein kann in einen privaten Riester-Vertrag einge­zahlt, per Entgel­tum­wandlung verwendet oder unter bestimmten Voraus­set­zungen auch als Arbeit­ge­ber­beitrag zur betrieb­lichen Alters­ver­sorgung einge­setzt werden.

Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ 2015)

Der TV FlexÜ vom 24. Februar 2015 ermöglicht die Nutzung des personalpolitisch wichtigen Instruments der Altersteilzeit.

Grundsätzlich regelt der TV FlexÜ 2015 unmittelbar und zwingend die Bedingungen, unter denen Altersteilzeit im Betrieb durchgeführt werden kann. Er lässt allerdings auch umfangreiche betriebliche Gestaltungsspielräume zu und eröffnet den Betriebsparteien die Möglichkeit, durch freiwillige Betriebsvereinbarungen insgesamt wertgleich ganz oder teilweise von den tariflichen Regelungen abzuweichen.

Der TV FlexÜ 2015 sieht eine gegenüber den Vorgängerregelungen neue und mit deutlich geringerem Aufwand verbundene Berechnung der Aufstockungsleistungen auf Basis des Bruttoarbeitsentgelts vor. Der dafür maßgebliche Prozentsatz ergibt sich anhand der Höhe des Entgelts zu Beginn der Altersteilzeit aus einer als Anhang zum Tarifvertrag vorgegebenen Tabelle und gilt während der gesamten Dauer der Altersteilzeit grundsätzlich unverändert.

Auch im TV FlexÜ 2015 ist geregelt, dass bis zu 4 % der Beschäftigten eines Betriebes unter bestimmten Voraussetzungen Ansprüche auf Altersteilzeit geltend machen können. Dabei gilt bis zu einem Volumen von 3 % ein Vorrang für besonders belastete Beschäftigte, die nach näherer tariflicher Definition vor der Altersteilzeit über längere Zeiträume hinweg Schichtarbeit in verschiedenen Ausprägungen geleistet haben.

Der TV FlexÜ 2015 eröffnet den Betriebsparteien auch die Möglichkeit, durch freiwillige Betriebsvereinbarung  die Mittel für die Altersteilzeit stattdessen für sonstige demografieorientierte Verwendungszwecke, wie beispielsweise Zuschuss­leistungen während Phasen der Bildungsteilzeit, zu nutzen.

Der TV FlexÜ 2015 ist zum Ende des Jahres 2021 kündbar und bietet damit eine langfristige Planungssicherheit für die Nutzung des personalpolitischen Instruments der Altersteilzeit.

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